Auf dem Weg zum Matheisenkar Klettersteig durch das Höllental

Matheisenkar Klettersteig – Bergpanoramen zum verlieben.

Der Matheisenkar ist ein mäßig bis mittelschwerer Klettersteig in den Nordalpen. Aufgrund seines langen und Kräftezerrenden zustieg sollte er nicht unterschätzen werden. Der Klettersteig befindet sich im Schatten des Alpspitz-Ferrata nur wenige hundert Meter von der Alpspitze entfernt. Er ist in den meisten Topos mit der Schwierigkeit A/B und stellenweise mit C beschrieben. Es handelt sich dabei also um einen für Anfänger bedingt geeigneten Klettersteig mit entsprechenden exponierten Schlüsselstellen. Er sollte daher mit entsprechender Ausrüstung begangen werden um sich nicht und andere zu gefährden. Diese Tour werde ich mit Jörn begehen. Ein guter Freund und ein Pro was das Thema Bergsteigen angeht.

Ausgangspunkt der Matheisenkar Tour

Wir stehen wieder auf dem Parkplatz P1 dieser liegt an der Zufahrt der Zugspitzstraße Ecke Wankstraße. Für das Navi PLZ 82491 Grainau, wenn ihr die Bahnschienen überquert seht Ihr den Parkplatz bereits auf der rechten Seite. Nachdem wir den Transi ordentlich geparkt haben wird erstmal ein Kaffee getrunken und etwas gefrühstückt. Nebenbei teilen wir das Proviant auf und sprechen über die bevorstehende Wanderung zum Zustieg. Beim prüfen der Ausrüstung lassen wir uns Zeit. Hast und Eile sind hier fehl am Platz. Gewissenhaft Stück für Stück werden alle Ausrüstungsgegenstände in Ruhe angeschaut. Besonderes Augenmerk erfahren Karabiner, Bandschlinge und Klettersteigset, denn daran hängt bei einem Absturz das Leben. Außerdem hätten wir jetzt noch die Gelegenheit fehlerhaftes Material auszutauschen. Nun aber los. Auf geht’s zum Klettersteig. Kommt ihr mit?

Etappenziel Höllentalklamm

Vom Parkplatz aus folgen wir der Zugspitzstraße bis wir schließlich links in die Höllentalstraße abbiegen. Auf der Hälfte der Strecke zur Klamm passieren wir einen weiteren Parkplatz. Dieser ist wie auch schon beim ersten Besuch der Höllentalklamm völlig überfüllt. Wir folgen der Beschilderung „Zur Höllentalklamm“ bis wir schließlich zum Restaurant „Haus Hammersbach“ kommen. Von hier aus geht es einige Höhenmeter durch den Wald. Das dichte Laubdach bietet an warmen Tagen sicherlich einen guten Sonnenschutz. Bis zum Eingang der Höllentalklamm ist es nicht mehr weit. Das durchwandern der Höllentalklamm ist im übrigen kostenpflichtig kann jedoch umgangen werden. Wir empfehlen jedoch die Durchquerung der wunderschönen Schlucht bis zur Höllentalangerhütte. Der Zustieg zum Matheisenkar ist kräfteraubend genug. Kostenpunkt für nicht DAV Mitglieder fünf Euro. DAV Mitglieder zahlen zwei Euro für den Eintritt.

Die Höllentalklamm – Die wilde Schöne

Kaum eine andere Klamm hinterlässt einen so starken Eindruck als die zur Zugspitze führende Höllentalklamm. Das Schmelzwasser der Gletscher hat hier über Jahrtausende eine Atemberaubende Schlucht entstehen lassen. Markante Felswände steigen dabei teils 150 Meter senkrecht in die Höhe. Die Wassermassen rauschen mit ordentlich Kraft zu Tale und beförderten den einen oder anderem mitgerissen Baum. Plant für die Klamm Etappe ein wenig Zeit ein. Sie ist es wirklich wert! Unsere Wanderung zum Matheisenkar hätte deshalb kaum eindrucksvoller beginnen können.
Hier der Link zum Beitrag „Die Höllentalklamm. Eine höllisch gute Wandertour durch eine spektakuläre Schlucht“.

Etappenziel Höllental & Höllentalangerhütte

Nachdem wir die Klamm hinter uns gelassen haben, geht es auf einem schmalen Pfad weiter in den Gebirgstalkessen Höllental. Nach einigen Metern auf dem Weg erwartet uns ein bilderbuch Ausblick. Zu unseren Füßen der schmale Bergweg dem wir weiter folgen werden bis zur Höllentalangerhütte. Neben uns verläuft ein Schmelzwasserbach und aus der Felswand einige Hundert Meter vor uns geht ein Wasserfall ab. In der Ferne sehen wir die Bergkette hinter der sich die Zugspitze versteckt. Einer dieser Momente der das Bergwandern so einzigartig macht, denn kaum ein anderes Terrain bietet so viel Abwechslung wie die Berge.

Pause in der Höllentalangerhütte

Nachdem wir diese Kulisse buchstäblich in uns aufgesaugt haben, machen wir noch fix einige Fotos bevor es zur Pause in die nahegelegene und sehr hübsche Höllentalangerhütte geht. Diese wurde 1893 eröffnet und 2013 abgerissen. Im Jahr 2015 wurde die Hütte am selben Standort neu errichtet und zeitgemäß ausgestattet. Eine wirkliche Perle steht hier direkt am Hang der Berge und lädt mit guter traditionsreicher Kost und gigantischen Ausblicken zum verweilen ein. Gern lässt man sich hier mit Blick auf Waxenstein und Co. auch das eine oder andere Mass Bier schmecken und beobachtet die vielen Zugspitzwanderer. Die Bedienungen sind sehr hilfsbereit und geben gern Auskunft über die umliegenden Touren.

Der Zustieg zum Matheisenkar

Während die vielen anderen hier scheinbar in Richtung Zugspitze aufbrechen, geht es für uns unmittelbar hinter der Hütte in die Berge. Wir folgen dem Wegweiser Alpspitze, Grieskarscharte und Matheisenkar. Der Weg führt uns in das kleine bewaldete Gebiet, dass sich keine 100 Meter von der Höllentalangerhütte befindet. Die ersten paar Meter zum Steig geben einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende. Der Weg wird steiler und schmaler, hier und da müssen wir ein wenig unwegsames Gelände bewältigen, kommen aber alles in allem gut voran. Majestätisch ragen die Berge in den Himmel und wieder einmal genießen wir das Gefühl von Freiheit und sind dankbar das erleben zu dürfen. Das Wetter meint es gut mit uns. Es ist warm aber nicht brüllend heiß in der Sonne. Der Himmel ist aktuell nur leicht Wolkenbehangen und so können wir immer wieder bis weit in die Täler und umliegenden Berge schauen. Happy Day!

Etappenziel Matheisenkar

Ja mei – was soll man sagen. Der Zustieg mit seinen eineinhalb Stunden bergauf, davon die letzten 40 Minuten über das Schotterfeld bis zum ersehnten Einstig zum Steig haben deutlich an den Kräften gesaugt. Was für eine Tour. Das letzte Stück hat uns wahrlich keinen wirklichen Spaß bereitet. Ständig ist man damit beschäftigt nicht irgendwie umzuknicken und sich so seinen Knöchel zu ruinieren. Aber hey Einstieg das bedeutet für`s erste sind die Strapazen der letzten Stunden vergessen! Jetzt wird die PSA * Persönliche Schutzausrüstung angelegt und dann kann das Abenteuer Matheisenkar beginnen.

Der Steig

Ab hier gibt es keine weiteren Fotos bis wir die Grieskarscharte erreichen. Safety First* Nach dem Anlegen des Klettersteigsets, gegenseitiger Partnercheck,dieser ist wie beim Klettern wichtig. Die Zeit hat jeder und wir können es nicht oft genug schreiben. Gefahren minimieren und Grenzen kennen ist das eine. Erfahrung dass andere aber Leichtsinn gehört nicht in die Berge! Der erste Karabiner geht ans Seil „Ein Klick der Karabiner schnappt zu der zweite wird verkehrt herum eingehängt – Klick und auch dieser ist sicher im Seil. Wir beginnen mit den ersten Metern im Steig an der göatten Platte. Der Fels bietet einen soliden Untergrund und die leichte Ausgesetzten stellen lassen sich gut durchlaufen. Wir passieren zwei kurze nicht gesicherte Stellen, bis wir wieder in das Seil einklicken. Nach den ersten Höhenmetern im Steig kommen wir erneut zu einem nicht gesicherten Teilstück.

Es geht einige Meter ungesichert bergauf bis wir schließlich zu einem B/C Teilstück kommen. Hier ist etwas Kraxl-Geschick gefragt. Das Exponierte Gelände ist für einige Meter recht Steil, bietet aber genug Tritte und Griffe. Weiter geht es über einen Grat bis zum Steinmann. Ab hier ist es nicht mehr weit zur Grießscharte auf 2463 Metern. Zuerst queren wir nochmals einen Teil A/B Steig danach nochmal ein Stück Wegstrecke ungesichert bis wir schließlich durch die Rinne zur Scharte kommen.

Jubiläumsgrat oder Alspitz Ferrata

Von hier aus gibt es die Möglichkeit in den Jubiläumsgrat Einzusteigen oder aber den Alpspitz Ferrata zum Abstieg zu Nutzen.Alpspitz Gipfel 2628 NN an der Grießscharte ist für mich unerwartet eine Zwangspause angesagt. Jörn läuft die wenigen Meter zur Gipfelspitze alleine weiter. Ich schaue im dabei zu und genieß die Ruhe und die Aussicht von meinem Standort. Meine Muskel krampfen, weshalb ein weitergehen nicht sinnvoll ist. Der Rückweg wird ohnehin anstrengend und Kräftezehrend genug. Nachdem Jörn von der Alpspitze zurück ist wird zusammen noch etwas Rast gemacht bis zum Abstieg.

Der Abstieg bis zur Höllentalangerhütte

Auf dem Rückweg merke ich gerade am Anfang noch deutlich die Anstrengungen des Aufstiegs in den Muskeln und bin tatsächlich froh darüber auch mal nein sagen zu können. Die meisten Unfälle passieren eben tatsächlich beim Abstieg und deshalb ist es gut seine Grenzen zu kennen. Nach unten geht es trotz allem schneller. Als wir das zweite Mal am heutigen Tage an die glatte Platte kommen bin ich erleichtert als ich meine Karabiner aus dem Seil löse. Jetzt heißt es nur noch das Gerölfeld zu überqueren bis der Weg wieder besser wird. Nachdem wir den kleinen Pfad wieder erreichen sind wir in Bier Laune und hoffen bald an der Hütte zu sein. Eine ganze weile später….viel später.
Das Bier schmeckt und wir sind erleichtert wieder im Höllental zu sein. Ein Schelm wer Böses bei dem Namen denkt würden wir meinen. Einige Wanderer sehen aus als würden sie hier eine Hüttennacht verbringen. Bestimmt toll hier die Sonne Unter- und Aufgehen zu sehen. Wir müssen jetzt aber noch zurück zum Van. Also nochmal die Pobacken zusammen kneifen und los.

Das obligatorische Bad in der Klamm

Empfehlen wir wirklich jedem. Ja, es ist kalt sogar richtig Kalt, aber das Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Nichts ist damit zu vergleichen, wirklich gar nichts. Gibt es davon auch Bilder? Klar gibt es die, aber wir wollen hier niemanden neidisch machen, weshalb die nur unsere Frauen sehen dürfen. Ätsch

Fazit

Der Weg zum Matheisenkar ist abwechslungsreich und eindrucksvoll. Zum einen liegt das sicherlich an der beeindruckenden Höllentalklamm die man auf dem Weg zum Steig passieren kann zum anderen an die im Anschluss folgende Wanderung durch das Höllental und der wunderschönen Höllentalangerhütte. Zahlreiche Wanderungen sind ab dem Tal möglich und eine der Touren die sicherlich unvergessen bleibt ist der Zustieg zur Zugspitze, der ab dem Höllental möglich ist. Ein besonderes Highlight stellt sicherlich auch eine Übernachtung inmitten der Berge dar. Weshalb ich mich schon auf die Mehrtages-Hüttentour mit meiner Frau und Jo freue im kommenden Jahr.

Matheisenkar weitere Informationen und Topo

Wir sehen uns Outdoor
Marco,Petra und die kleene Jo


Lust bekommen uns auf weitere Abenteuer zu begleiten? Wie wäre es mit Hikking auf Korsika. Einer Winter Wanderung zum Gernkogel Gipfel oder einfach nur eine kleine Auszeit vom Alltag in der Höllentalklamm.
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