Top 10 der Kopfschüttelmomente

Instagram & Co die Top 10 Kopfschüttelmomente in 2020

Der Vanlife Spirit boomt. So viel steht fest. Lange haben wir überlegt ob wir diesen Beitrag veröffentlichen. Das Jahr 2020 ist ein Jahr der DIY Camper Superlativen geworden. Täglich liest man #Vanlife „Habe Transporter gekauft und fange jetzt ein neues Leben an oder „Digital Normad“. was wohl die wenigsten tatsächlich sind. Wir sehen völlig überzogene Szenen an den unglaublichsten Orten ganz im Zeichen des Vanlife Kultes. Nicht alle finden diese Entwicklung jedoch positiv. Wir wollen unsere ganz persönlichen Gedanken Teilen und gern mit Euch in einen konstruktiven Austausch gehen. Jetzt aber los mit unseren Top 10 der Kopfschüttelmomente


Platz 1 : Filme in der Natur schauen

Ist es zum Beispiel nötig seine halbe Wohnungseinrichtung an einen Berg,Wald oder Strand zu Fahren um dort Netflix zu schauen? Die Antwort dürfte doch eigentlich klar sein. Wofür fährt man in die Natur? Genau um die Natur zu genießen und nicht um die Bewohner der Natur zu stören! Egal ob es gestellt wurde oder nicht.

Platz 2 : Lagerfeuerromantik

Ein weiteres Thema das immer wieder gern bebildert wird sind die beliebten Lagerfeuer. Camper Romantik pur. Aber im ernst! Egal ob Waldbrandstufe oder nicht fragt mal einen Förster oder einen Park-Rancher was er davon hält. Genau. Gar nichts. Die Tiere verlassen instinktiv ihr Revier und mit etwas Pech sogar Ihre Jungen und im schlimmsten Fall rennen diese in Panik auf die nächst gelegene Bundestraße vor ein ahrzeug.
Nature-Friendly ist da eher etwas anderes.

Platz 3 : Freisteh Diskussionen in FB Gruppen & Co

Stehen wo es nicht erlaubt ist und die große Thematik der Strafen. Ist wieder ein Brand heißes Thema in diversen FB Gruppen. Da wird jeder zum Rechtanwalt. Andere wiederum zeigen nach guter Oberlehrer Manier den erhobenen Zeigefinger. Eine Fragen die wir uns da unweigerlich stellten ist: Warum ist man in einer Freisteher Gruppe, wenn es einem stört das andere es tun. Es gibt sicherlich Grenzen und einige scheinen das nicht zu begreifen oder wohlwollend zu ignorieren. Jedoch sind wir alle keine Heiligen und außerdem macht der Ton die Musik.

Platz 4 : Das Reisen – Ja oder Nein

Ein weiteres Thema, welches dieses Jahr immer wieder gern genutzt wird, um Personen anzufeinden, ist das Reisen. Per se war es zeitweise nicht Untersagt sondern eine Empfehlung nicht zu Reisen. Es gab Reisewarnungen, später wurde es etwas anders definiert, blieb aber unterm Strich immer noch eine Empfehlung. Auch das Wandern wurde nicht und ist Aktuell Stand Dezember nicht Untersagt. Sind wir ehrlich, alleine in der Natur zum Wandern dürfte wohl die beste Quarantäne sein die es gibt. Mehr wollen wir dazu auch nicht schreiben da es dabei immer wieder um Wortklaubereien geht und dem persönlichem empfinden.

Platz 5 : Das Gruppenkuscheln

Ein Ärgernis der ganz besonderen Klasse. Man hat einen Platz gefunden und steht etwas versteck, so an einem See. In der Dämmerung muss sich jemand unbedingt auf 2 Meter daneben stellen und ständig die Schiebetür knallen. Klasse! Am nächsten Morgen haben es sogar noch einige weitere für nötig gehalten sich in die Nische zu drängeln. Echt jetzt!
Aufgrund dieses Verhaltens muss sich über ein Verbotsschild nicht gewundert werden. Es gibt ja sogar Vanfahrer die in FB Gruppen schreiben das sie immer Plätze aufsuchen wo am besten noch jemand steht. Weil sie alleine Angst haben. Ja genau richtig gelesen warum zum Geier man dann einen Camper besitzt ist da doch die Frage.

Platz 6 : „Ich verlasse die Plätze meist Sauberer als vorgefunden“

Müllkörbe an Wanderparkplatzen werden seltener geleert das ist einfach so. Also nehmt den Müll mit und entsorgt ihn an einer anderen Tonne oder Zuhause. Das wäre schon mal ein guter Anfang um den Zorn der Allgemeinheit etwas zu zügeln. Gerne auch alten, vergessenen Müll mitnehmen.

Platz 7 : Die Themen Nachhaltigkeit, Achtsamkeit & Philosophie

Vorweg natürlich sind es Themen die eine große Rolle in unserer aller Leben und Alltag spielen, aber genau aus diesem Grund dürfen sie nicht zu Marketing-Wörtern verkommen. So wie es Häufig auf Social Media Kanälen vorkommt.

Nachhaltigkeit :

Eigentlich kommt der Begriff ja aus der Forstwirtschaft und wurde nach und nach zu einer hippen Lebenseinstellung auf die selbst schon die Industrie aufgesprungen ist. Leider verkommt dieser Begriff immer mehr zum Mode Wort. Dazu sagen wir nur Nahrungsmittel die um die Welt geflogen werden sind nicht nachhaltig. Das sollte beim nächsten Bio Agavendicksaftkauf mal hinterfragt werden.

Achtsamkeit :

Oft gelesen doch auch gelebt? Dieser aus dem Buddhismus stammende Begriff klingt so wundervoll zärtlich und liebkosend das alleine bei Instagram 1,2 Millionen Hashtags damit ihre Verbreitung fanden. Die wenigsten davon haben auch nur im Ansatz etwas mit diesem Thema zu tun.

Philosophie :

Ja und dann gibt es noch die copy and past Philosophen, die meist Lebensbejahende Weisheiten aus dem Glückskeks Universum Google zaubern und in die weite Welt tragen. Gern eingerahmt von einer nicht nachhaltig erzeugten Lichterketten oder den aus Mineralöl gewonnenen Paraffin Teelichtern, Made bei Schwedenkaufhaus. Da nur gut 120.000 Tausend Tonnen Kerzen der abgebrannten 650.000 Tausend Tonnen aus Deutschland kommen ist völlig egal. Vom Alumantel eines Teelichtes sprechen wir natürlich dabei nicht.

Platz 8 : Sex Sales Foto

Ganz ehrlich, die wenigsten aller erwachsenen Frauen stehen im Bikini am Lagerfeuer oder noch besser am Herd. Diese softporn angehauchten Motive spiegeln in keiner Weise die breite Masse der Van Community wieder, eher im Gegenteil. Weder haben alle Topmodelmasse noch ist es förderlich, da viele Frauen sowieso schon eine völlig verkorxte Selbstwahrnehmung haben. Also ein bisschen mehr Realität – Bitte!

Platz 9 : Das stehen am Strand & Fahren durch das Meer

Wir geben zu, ein verlockender Gedanke, wäre da nicht das Thema Natur.
Der Sand haftet beim durchfahren am Fahrzeug an und bindet zum Beispiel das eventuell austretende Öl oder andere Flüssigkeiten. Bei der Fahrt durch das Wasser wird dieser gebundene Stoff abgespült und gelangt so in das Ökosystem Meer. Mehr brauchen wir dazu nicht schreiben…

Platz 10 : Wer hat der kann sollte es aber lassen

Selbst gesehen und noch völlig sprachlos denken wir an diesen Moment im Sommer zurück. Als wir im Nationalpark Hainich eine Familie mit Ihrem Wohnmobil erlebten. Das große weiße Fahrzeug mit den grünen Dekorstreifen ist sofort wieder präsent, genauso das völlig respektlose verhalten. Trotz Verbotes, stand das Fahrzeug aufgebockt auf dem Wanderparkplatz. Die Sonnenstühle blockierten eine weitere Parkbucht und die Kinder durften in Begleitung lauter Musik hinter dem Fahrzeug spielen.

Noch fieser, wurde es auf einem anderen Parkplatz, als ein Delux-Womo-Fahrer seinen Fäkalientank auf Knopfdruck leerte. Leider stieg er nicht aus um zu schauen ob er richtig über der Entsorgung stand…den Rest sparen wir uns.

Fazit

Heile Welt oder doch eher alles Fake. Das muss jeder für sich entscheiden. Wir schütteln manchmal nur noch mit den Kopf und denken uns unseren Teil. Umso mehr freuen wir uns über den „Ich Kotz gleich Freitag“ der von Road & Board auf Instagram ins Leben gerufen wurde. Ein wenig mehr reales Leben wäre wünschenswert für das kommende Jahr.

Wir sind gespannt welche Kopfschüttelmomente es 2021 geben wird und wünschen Euch einen ganz tollen Jahreswechsel.

Wir freuen uns über einen Konstruktiven Austausch mit Euch zu diesen Themen in den Kommentaren.

Wir sehen uns Outdoor
Marco, Petra und die kleene Jo


Lust bekommen uns auf weitere Abenteuer zu begleiten? Wie wäre es mit Zelten am Berg auf Sardinien. Einer Wanderung auf Korsika oder einfach nur eine kleine Auszeit vom Alltag.
Folge doch einfach unserem Blog oder unseren Touren auf Instagram und Co.

3 Comments

  • Chris

    Coole Seite, die Ihr da habt. Und ein Blog-Artikel, der mir einerseits aus der Seele spricht, meine Ansichten andererseits aber ein wenig abweichen oder vielleicht in einigen Aspekten sogar noch weiter gehen.

    Platz 1: Oh ja, diese ganzen Fotos mit den Netflix Leinwänden!?!?

    Platz 2: Lagerfeuer in freier Natur geht gar nicht.

    Platz 3: Freistehen ist fast nie 100%ig legal, ich kann nachvollziehen, dass einige auch in solchen Gruppen versuchen dahingehend zu sensibilisieren. Ich würde aber erst gar nicht in so eine Gruppe reingehen. Allein auf Instagram wird der Ton teilweise schon sehr rüde, wenn man sich hier und da mal leise und höfliche Kritik an dem ein oder anderen Wald-Durchflüger erlaubt. Da wird sich oft auch in sehr selbsgerechter Art einiges auch schön geredet. Zum Freistehen und meiner Position dazu komme ich aber gleich noch.

    Platz 4: Wir sind zwischen den Lockdowns von Frühjahr bis Herbst auch gereist. Wenn jetzt im Moment (um Weihnachten) noch jemand große Reisen tätigt, find ich das auch nicht so richtig solidarisch. Vor allem wenn jemand sich über die leeren Fähren, Campingplätze, Strände freut, sollte er sich bewusst sein, dass er genau das irgendwie auch der Solidariät der anderen zu verdanken hat.

    Platz 5: Es werden halt mehr. Klar ist es vielleicht nicht schön, aber ist es nicht vielleicht auch ein bisschen vermessen, dieses Recht für sich alleine haben zu wollen („Ich war der erste hier“ hat so etwas von Wilhelm der Eroberer.)? Oder ist es aufgrund der größer werdenden Zahl der Camper nicht einfach nur ein Zeichen dafür, dass sich da alle zurücknehmen sollten und das Konzept so nicht mehr zeitgemäß ist. Wie gesagt, komme ich gleich noch zu.

    Platz 6: Das ist in meinen Augen das Vanlife-Greenwashing schlecht hin. Auch immer so als wären das alles nur die „neuen“ und die „alten“ tun so etwas nicht. Nein es ist nur früher, bei der viel geringeren Zahl und ohne Social Media nicht so aufgefallen. Ich kenne schon seit meiner Kindheit verdreckte Waldparkplätze.

    Platz 7: Bio und Öko ist leider nicht immer das selbe, das verstehen die Leute nicht. Maß halten und verzichten ist manchmal besser, als nur auf den grünen Bio-Sticker auf der Avocado zu achten.
    Achtsamkeit ist meiner Meinung nach das am meisten falsch verwendete Wort. Achtsamkeit eigentlich eine zutiefst Ich-bezogene Sache, in der es darum geht mit sich selbst im Reinen zu sein. Da dieser Begriff und dessen korrekte Verwendung aber nirgend richtig klar ist, nutzt in halt auch jeder, weil es sich halt gut anfühlt und anderen suggeriert was für ein toller Mensch man ist. Was wirklich dahinter stehen sollte und von einigen wenigen Ausnahmen auch so gemeint ist ist „Umsicht“, also seine Umwelt, seine Mitmenschen, den Einfluss des eigenen Handelns im Blick zu haben.
    Philosophie: Hier sag ich immer: „Eben noch auf dem Wandtattoo, jetzt schon in meinem Insta-Feed“

    Platz 8: Ohne Worte! Einfach unnötig!

    Platz 9: Komme ich auch gleich noch zu

    Platz 10: Komme ich auch gleich (bzw. jetzt, da das ja der letzte Punkt war) noch zu.

    Also versuche ich mal, mein Kopfschütteln zu beschreiben:

    Wir sind erst seit diesem Jahr Camper, in Kurztrips nur mit dem Bus, in den größeren Urlauben seit Sommer mit Wohnwagen. Anfangs war ich auch total angetan und geflasht von der ganzen #vanlife Romantik auf Instagram. Wollte auch unbedingt los, hier im Wald, da am Strand, dort auf der Bergwiese stehen. Sieht ja alles total toll aus und auf nen Campingplatz und das womöglich noch mit so ner weißen Plastik-Wohndose (uih, da gibt es ja richtigen Fronten und Lager) geht ja gar nicht. Inzwischen sehe ich die Sache aber etwas kritischer und differenzierter. Diese ganze Freisteh-Diskussion haben wir für uns eigentlich abgehakt. Es gibt wei schon erwähnt kaum irgendwo eine 100%ig legale Möglichkeit freizustehen und dabei auch abends gemütlich mit nem Glas Wein oder Bier draußen zu sitzen und diese Freiheit zu genießen. Denn Markise, Stühle, etc. bringen einen sofort in den unerlaubten Bereich. Aber selbst wenn es irgendwo nicht ausdrücklich verboten ist, muss es trotzdem zwingend sein? Ist es wirklich nötig? Genauso verhält es sich mit nicht befestigten Wegen abseits der Straßen. Muss ich da wirklich überall mit meinem Gefährt langfahren, nur weil ich es kann? Wir haben der Natur schon genug Platz geraubt, sollten wir die Natur, die noch da ist, nicht möglichst minimal-invasiv genießen und erleben, ohne überall mit dem (Offrad-)Van lang zu brettern? Worum geht es denn wirklich? Um das Erleben der Natur oder um möglichst geile und like-starke Instagram-Motive?
    Ja wir gehen auf ganz normale/legale Campingplätze, denn die sind dafür vorgesehen. Von da aus starten wir unsere Ausflüge in die Natur, gehen wandern, fahren Fahrrad, spazieren durch nette Orte usw. Ja wir sind auch einer der bösen neuen Camper, die dafür sorgen, dass alles nur noch voller wird. Aber hey, wir sind auch alle zusammen in der immer größer werdenden Community das Potential für neue Angebote. Vielleicht mal ein bisschen weg vom klassichen, biederen Campingplatz Image. Erste tolle Beispiele, wie z.B. Naturpott Borkenberge zeigen, dass es auch anders geht.Und hey, so spießig sind auch viele Campingplätze gar nicht. Und wenn es andere auf dem Platz (Dauercamper, Saisoncamper) eben anders mögen: „Jedem das Seine.“.
    Meiner Meinung nach ist aber in Zeiten von Klimawandel, Waldsterben etc. ziemlich klar, dass wir uns die Natur nicht mehr so einverleiben dürfen, wie wir es gerne würden.
    Ich muss keinen Waldboden mit einem Offroad-Bus verdichten, nur weil ich es kann. Ich muss nicht am Strand die ganze Zeit hin und her fahren und im Sand driften, nur weil es generell erlaubt ist, an den Strand mit dem Auto zu fahren (z.B. SPO oder Dänemark). Ich fahre wenn überhaupt dahin um mich da zu sonnen und zu baden. Reines hin und zurück. Und auch wenn es ein gern genommenes Argument ist, dass in Regionen wie auf Sardinien ja durchaus offizielle Straßen durch Wasserfuhrten und über Stock und Stein führen. Dann ist es das eine, dass das wichtige und z.T. lebensnotwendige Verbindungen für die Einheimischen sind und hier und da tatsächlich nur dieser eine Weg zum Ziel führt, aber das andere, da aus purem Spaß an der Freude durch die Natur zu preschen.

    Wie gesagt, wir haben für uns entschieden, nur noch ofizielle Plätze zu nutzen und wir werden mit unserer Nachfrage und wenn es angebracht ist, auch mit konstruktiver Kritik unseren Teil dazu beitragen, das diese in Zukunft besser und vielfältiger werden. Einige sind hier schon auf einem guten Weg.

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