Höllertal Wanderung durch die Klam
Deutschland

Die Höllentalklamm. Eine höllisch gute Wandertour durch eine spektakuläre Schlucht.

Die Höllentalklamm liegt in der Nähe von Grainau, einem Dorf direkt am Fuße der Zugspitze, unweit von Garmisch-Partenkirchen. Aus Richtung München oder Österreich kommend, richtest Du dich einfach nach der Beschilderung Grainau bzw. Höllentalklamm. In Grainau selbst gibt es mehrere Parkplätze. Wir stehen auf dem P1, der Weg ist dadurch etwas länger jedoch sparen wir uns das Gedränge auf dem P2. Dort bildete sich eine gut 20 Meter lange Schlange am Kassenautomat und auch so fanden wir es dort viel zu voll. Wir gehen lieber einige Meter und sparen uns diesen Stress.

Höllentalklamm Fakten

Die Höllentalklamm wird aus einem Gletschergebiet und unzähligen Rinnsalen gespeist Die Regen und Schmelzwasser mit sich führen. Dabei haben sich die Wassermassen über tausende von Jahren eine gut 150 Meter tiefe Schlucht entstehen lassen. In der es sogar ein Bergwerk gab. Nach dem Krieg wurde der Abbau jedoch zunehmend unwirtschaftlicher und so wurde die Anlage schließlich versteigert. Die Klamm ist im Gegensatz zur Partnachklamm nur zu Fuß zu erreichen und erfordert ein wenig Kondition sowie ordentliche Kleidung.

Wandermmöglichkeiten

Zur Klamm gibt es mehrere Wege. Schaut einfach nach den Wegweisern in Hammersbach.Der Weg von unserem Parkplatz bis zu diesem kleinen Dorf dauert ungefähr 30 Minuten. Wer nicht so weit laufen möchte versucht es wie gesagt einfach am zweiten Wanderparkplatz. Wir gehen einen etwas anspruchsvolleren Weg durch den Wald. Die 3,5 Kilometer haben es in sich. Der Pfad dem wir zu Beginn folgen windet sich steil den Berg hinauf. Hier ist schon etwas Kondition nötig um nicht schon aufzugeben.

Später wechselt unser Weg für ein kurzes Stück auf eine Forststraße. Auf diesem werden wir einige hundert Meter zurücklegen bis wir schließlich wieder auf einem kleinen Pfad weiter laufen. Wir gehen an einem Trog vorbei, der mit Quellwasser gespeist wird. Bei der anhaltenden Wärme und dem doch recht ambitionierten Weg, ist es eine willkommene Abkühlung, die wir gern in Anspruch nehmen. Ein kleines Stückchen weiter wechselt der Weg nochmal auf einen Pfad.

Von diesem haben wir jetzt schon einen hervorragenden Blick in das Tal. Es ist etwas Aufmerksamkeit auf diesem Weg nötig, denn Wasserläufe queren unseren Verlauf. An diesem gibt es einige Stellen die von schmalen Rinnsalen überschritten werden. Auch liegt es sicherlich an den Niederschlägen der letzten Tage, dass es so feucht und teilweise matschig ist. Der kleine Weg führt uns nach wenigen hundert Metern auch schon zum Kassenhäuschen der Klamm. Vor dem Eingang habt Ihr noch die Möglichkeit das WC zu besuchen, ansonsten müsst ihr die nächsten Kilometer aushalten. In dem Kassenhaus befindet sich auch eine kleine Gaststube. Wir entschließen uns jedoch gegen eine Einkehr und gehen direkt zum Einlass. 5 Euro werden hier pro Person fällig. Für DAV Mitglieder kostet der Eintritt 2 Euro. Die Klamm ist zeitweise der einzige Zugang zum dahinter liegenden Tal. Es gibt noch einen Weg außen herum, dieser war bei unserem Besuch jedoch gesperrt.

Was zwangläufig bedeutet „zahlen oder umkehren“ wir finden das nicht optimal gelöst, da dies am Parkplatz klar beschildert sein müsste. Da wir jedoch die Klamm besuchen und durchqueren wollen Zahlen wir den Eintritt gern. Gleich nachdem wir den Eingangsbereich verlassen haben, liegt zu unserer rechten ein kleines hölzernes Häuschen in dessen inneren ein Museum eingerichtet wurde. Es erzählt etwas über die Entstehung der Klamm und dem späteren dort stattfindenden Bergbaubetrieb. Von hier begleiten wir für einen Kilometer den sieben Kilometer langen Gebirgsflusses Hammersbach.

Der seinen Ursprung weit oben in den Bergen hat und vom zweitgrößten Gletscher Deutschlands gespeist wird. Bereits vom Eingang aus erblicken wir erste überdachte Galerien und den tosenden Gebirgsfluss. Der Lärm der Wassermassen ist auch hier wieder gigantisch. Dabei sollen die besten Abschnitte noch folgen. Wir wandern auf in Felsen gesprengten Wegen. Diese sind feucht und teils auch mal etwas rutschig. Es gibt einige Treppen aus Stein aufwärts. Wir laufen durch Tunnel, schmale Wege, hier und da überqueren wir den Fluss über Brücken oder Stege. Neben uns der tosende Fluss, der sich seinen Weg ins Tal bahnt. Im Flussbett liegen stille Zeugen der Vergangenheit.

Liegengebliebene Felsblöcke bremsen unmerklich seine Geschwindigkeit. Baumstämme die vermutlich von weiter oben mitgerissen wurden sind hier vereinzelt zwischen den Felsen hängen geblieben. An die Felsen klatscht das Wasser und Strudel bilden sich. In den Tunneln kommt man sich hingegen vor wie in einem Bergwerk. Der Boden ist nass es tropft von den Decken, Pfützen bilden sich am Boden und an manchen Stellen kommt das Wasser in kleinen Rinnsalen sogar aus der Wand. Die eigene Stimme wirkt dumpf beim Sprechen. Man hört es dröhnen ein anderes Mal klingt es eher wie ein Rauschen. Jedoch ist es immer sehr laut.

Man muss es nicht unbedingt sehen um sich seiner kraft bewusst zu sein. Bemerkenswert das in dieser unwirklichen Umgebung damals gearbeitet wurde. Wir erspähen an machen stellen noch alte Wege die an der anderen Seite der steilen Felswände entlang führten. Die Klamm ist an vielen Stellen weniger bewachsen. Diese Höllentalklamm ist weitaus rauer vom Erscheinungsbild als manch andere, dieses spricht uns aber eher an. Erklärt aber auch warum dieses Tal im Winter gesperrt wird. Die Flächen und Hänge oberhalb der Schlucht sind stark Lawinen gefährdet.

Was eine Begehung im Winter ausschließt. Auch die kleinen Stollen aus früheren Zeiten sollte man meiden. Es besteht absolute Lebensgefahr da die tragenden Balken über die Jahre morsch geworden sind und niemand genau vorhersagen kann, wann diese nachgeben. Fast am Schluss dieser Wunderschönen Schlucht wird es dann auch langsam grüner und es eröffnet sich vor uns das Höllental bei strahlendem Sonnenschein. Wir blicken rechts auf den Waxenstein, links die Alpspitz und gerade zu in der Ferne können wir ein Stück der Zugspitze erkennen. Was für ein atemberaubenderes Panorama. Bevor es über die Klamm wieder zurückgeht, gönnen wir uns noch ein schönes kaltes Maß Bier in der Höllentalangerhütte.

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Unser Fazit

Die Höllentalklamm ist eine wirklich tolle Klamm, die es Wert ist besucht zu werden. Sicherlich ist der Aufstieg dorthin nicht so bequem wie Andersorts, doch wer den Weg gemeistert hat wird mit wirklich tollen Augenblicken belohnt. Der harte Kontrast der schroffen Felsen mit dem Türkis blauen Gebirgswasser ist sensationell und bereitet viel Freude. Kinder sollten immer in der Nähe bleiben. Gerade auf einigen Brücken kann eine Unachtsamkeit gefährlich werden und zum Sturz in die kalte Wasserpracht führen. Da es selbst bei vermeidlicherer Trockenheit von der Decke tropft, empfehlen wir Regenjacke sowie festes Schuhwerk. Wir raten von Schirmen gänzlich ab, da gerade andere Wanderer diese häufig ins Gesicht bekommen sobald sie die tragende Person passieren wollen.

Wir sehen uns Outdoor.
Marco,Petra und die kleene Jo

Weitere schöne Wanderungen
Partnachklamm – oder – Almbachklamm

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